7 Fragen an … Lotte Minck

Droste fragt nach!

Lotte Minck hat die längste Zeit ihres Lebens im Ruhrgebiet gelebt. Dort hat sie Popstars bekocht, Events organisiert, in einer Schauspielagentur Termine jongliert und die Menschen des Reviers lieben gelernt. Seit 2005 widmet sie sich ganz dem Schreiben. Im Februar erscheint Voll von der Rolle, ihre inzwischen achte Ruhrpott-Krimödie rund um die schrullige Sexhotline-Mitarbeiterin Loretta Luchs.

Frau Minck, welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

Tatsächlich lese ich gerade „Voll von der Rolle“, also mein eigenes Buch. Dass ich es verfasst habe, liegt schon beinahe ein Jahr zurück – und mittlerweile habe ich bereits Lorettas 9. Abenteuer geschrieben. Meine eigenen Bücher zu lesen, wenn sie dann erscheinen, ist liebgewonnene Tradition, und ich bin jedes Mal gespannt, ob sie mich unterhalten …

Wenn Sie gerade nicht schreiben, womit beschäftigen Sie sich am liebsten?

Wann immer möglich, bin ich an der frischen Luft, was hier besonders viel Spaß macht, da ich an der Nordsee lebe. Es ist stets erfrischend und inspirierend, mich vom salzige Seewind durchpusten zu lassen. Ich bin dann meist mit meiner Kamera unterwegs, denn mein Hobby ist die Naturfotografie. Es wird mir niemals langweilig, die Möwen, das Watt oder die ständig wechselnden Wolkenformationen zu fotografieren. Der Blick bis zum Horizont ist einfach unbezahlbar.

Inzwischen wohnen Sie an der Nordsee. Haben Sie manchmal Heimweh?

Ja und nein. Ich habe gern im Ruhrgebiet gelebt, aber damit, an die Küste zu ziehen, habe ich mir selbst einen langgehegten Wunsch erfüllt. Auf gewisse Art war es eher eine Rückkehr zu meinen Wurzeln, denn mein Vater ist Friese, und meine Familie lebt hier – es war für mich also kein Sprung ins Unbekannte. Mit der Serie um Loretta Luchs habe ich mir die Möglichkeit geschaffen, mich immer wieder im Ruhrpott „aufzuhalten“, was ich stets sehr genieße.

Es heißt, dass alle Personen im Universum von Loretta Luchs eine Huldigung an Ihre alte Heimat sind. Was macht die Menschen des Ruhrgebiets so besonders?

Es ist der tiefschwarze, trockene Humor, den ich besonders schätze; außerdem der sprachlich durchaus ruppige, aber liebevoll gemeinte Umgang miteinander. Was woanders bereits als beleidigend empfunden wird, geht unter Ruhrpöttlern noch locker als Kompliment durch – das mag ich sehr. Hier in Friesland muss ich manchmal wirklich aufpassen, dass mein Mundwerk nicht mit mir durchgeht. Für diverse flapsige Bemerkungen habe ich durchaus schon irritierte Blicke geerntet.

Wenn das Ruhrgebiet eine Pflanze wäre, dann wäre es …

… eine Distel, da bin ich ganz sicher. Ziemlich stachelig, aber wunderschön blühend.

Loretta arbeitet in einer Sexhotline. Wie haben Sie dafür recherchiert?

Überhaupt nicht, um ehrlich zu sein. Vor Jahren habe ich eine Zeitlang bei einer Service-Hotline gejobbt, bei der Leute anriefen, wenn sie den Termin ihres Heizungsablesers nicht einhalten konnten. Aber Dennis Kargers Sexhotline, bei der Loretta arbeitet, sowie ihre Kundengespräche, die in den Büchern vorkommen: All das entspringt ganz und gar meiner Fantasie.

Voll von der Rolle ist Ihre achte Ruhrpott-Krimödie – ist die Geschichte von Loretta damit zu Ende erzählt?

Auf keinen Fall! Band 9 habe ich ja bereits geschrieben – es geht also auf jeden Fall weiter. Allerdings bekommt Loretta hier im Droste Verlag demnächst eine Kollegin mit einer eigenen Reihe: Astrologin Stella, die ihre Fälle mit Hilfe der Astrologie aufklären wird – immer abwechselnd mit Loretta. Es gibt noch viel über diese beiden Damen zu erzählen.

Vielen Dank für Ihre Zeit!


Ruhrpott-Krimödien mit Loretta Luchs

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